Wie das Trachtenfest das Olympiadress inspirierte

Wenn in Cortina die olympischen Wettkämpfe beginnen, wird auch das Schweizer Olympiadress die Blicke auf sich ziehen. Schweizerisch, traditionell und gleichzeitig modern und sportlich – dieser Anspruch war von Beginn weg leitend. Massgeblich mitgeprägt wurde das Design von Benoît Schwarz-van Berkel, der Mann für die letzten Steine im Männerteam.

Bereits zum dritten Mal durfte Schwarz-van Berkel seine Ideen in den Designprozess einbringen. Schon bei den Olympischen Spielen in Sochi 2014 und Pyeongchang 2018 war er daran beteiligt. «Deshalb kam auch dieses Mal wieder die Idee auf, einen Vorschlag für eine mögliche Designvariante einzubringen», verrät er. Die Resonanz war positiv: Sowohl der Ausrüster CRAFT als auch SWISSCURLING unterstützten den Ansatz.

Das Ziel war klar definiert, die Umsetzung hingegen anspruchsvoll. «Wir wollten, dass es schweizerisch und traditionell ist, aber gleichzeitig auch modern und sportlich», erklärt Schwarz-van Berkel und ergänzt lachend: «Allerdings war es gar nicht so einfach, etwas Schweizerisches zu machen, das nicht kitschig wirkt.» Die Inspiration für das finale Design fand er dabei fernab des Curlingeises. «Tatsächlich war meine Inspirationsquelle das Trachtenfest in Zürich», sagt er. Die Vielzahl an Mustern, Farben und regionalen Elementen führte zu zahlreichen Ideen. Nach intensivem Studium von Bildern und Videos kristallisierten sich rund zehn mögliche Design-Elemente heraus. Schlussendlich kam Schwarz-van Berkel jedoch immer wieder auf dasselbe Symbol zurück. «Die Edelweissblüte ist ein Zeichen, das für die ganze Schweiz steht.»

Dieses Edelweissmotiv prägt nun das Olympiadress auf subtile, aber wirkungsvolle Weise. Auf den Schultern ziert links und rechts ein schlichtes Edelweissmuster das Trikot, während am Ärmel die Edelweissblüte in Form eines Bundes markanter hervortritt. Eine weitere besondere Note erhält das Dress durch ein grafisches Bergmotiv. Bewusst fiel die Wahl dabei nicht auf das Matterhorn, sondern auf die Jungfrau aus den Berner Alpen. Der alpine Akzent fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Ergänzt wird das Design durch den Schriftzug «SUI», der dem Dress Identität und Dynamik verleiht. «Ausserdem macht es das Dress auch etwas warm», erklärt Schwarz-van Berkel. Abgerundet wird das Erscheinungsbild traditionell durch das Schweizer Kreuz auf dem Rücken.

Wenn die Athletinnen und Athleten in Cortina aufs Eis treten, tragen sie nicht nur die Farben ihres Landes, sondern auch ein Stück Schweizer Kultur. Hopp Schwiiz!