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angle-left YOG 2020 Lausanne aus Sicht von Coach Stefan Meienberg

Die Jugendspiele in Lausanne waren ein besonderes Erlebnis. Zum ersten Mal seit 1948 fanden wieder olympische Spiele in der Schweiz statt. Lausanne wollte diese Spiele unbedingt, um sich im besten Licht zeigen zu können… und das ist gelungen! Perfekt organisiert und von der ganzen Bevölkerung getragen, wurden diese beide Wochen für alle Athleten zu einem einmaligen Ereignis.

Jan Iseli, Malin Da Ros, Maximilian Winz und Xenia Schwaller (Foto: © World Curling Federation)

Das olympische Curlingturnier fand in Champéry statt. Dass das lokale Organisationskomitee reichlich Erfahrung mit der Organisation von Grossanlässen mitbringt, hat sich bemerkbar gemacht. Die Arena sah super aus, das Eis war hervorragend und alle Volunteers waren sehr motiviert, zuvorkommend und extrem freundlich. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle dafür!

24 Nationen kämpften um die begehrten Medaillen. In unserer 6er-Gruppe konnten wir alle Gruppenspiele siegreich gestalten. Auch im Viertelfinal machten wir Vieles richtig und konnten unentschieden mit Hammer ins letzte End. Leider geriet der letzte Stein etwas zu lang und so platze der Medaillentraum ziemlich schnell und unverhofft. Die Enttäuschung war riesengross und die Trauer hielt eine Weile an.

Für den zweiten Teil der Wettkämpfe wurde jedes Teammitglied mit einem Athleten aus einer anderen Nation gepaart. Es wurde Mixed Doubles gespielt. Leider konnte nur das Team mit Max und seiner slowenischen Partnerin die Startrunde überstehen. In der Runde der letzten 12 Teams war dann aber auch für Max das Turnier zu Ende.

Ohne Medaille aber mit ganz vielen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen für unsere vier jungen Athleten gingen die olympischen Jugendspiele in Lausanne zu Ende. Was hat unsere Athleten am YOG am meisten beeindruckt? Für Xenia Schwaller war dies das allgemeine olympische Feeling an diesen Spielen. Die Schweiz vertreten zu dürfen machte sie stolz und das Zusammenleben mit all den verschiedenen Nationen hat ihr sehr gefallen. Jan Iseli hat das grosse Aufkommen der Zuschauer und die Gastfreundschaft der Anwohner beindruckt. Max Winz war vom grossen medialen Interesse vor und während der Spiele schwer beeindruckt und war begeistert vom ganzen Staff von Swiss Olympic, welcher sich mit vollem Einsatz für unsere Athleten einsetzte und diese unterstütze. Einen bleibenden Eindruck hat der Vortex bei Malin Da Ros hinterlassen. Im Vortex waren alle Athleten und Trainer untergebracht. In diesem speziellen Gebäude fand ein Grossteil des olympischen Lebens statt und dies hat Malin enorm gefallen. Auch die Fragen nach den persönlichen Highlights des YOG war eine einfache für unsere Athleten. Malin meinte «das Einlaufen bei der Eröffnungsfeier und die Show danach! Aber auch das grosse Zuschaueraufkommen, insbesondere in der Curling-Arena war unglaublich!». Für Max war das Spiel gegen Deutschland zum einen das spielerische Highlight, insbesondere hat er sich aber über die vielen Zuschauer in der Arena gefreut. Vor allem waren für dieses Spiel sehr viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder angereist und haben das Team toll unterstützt. Jan kann seinem Teamkollegen nur zustimmen. Auch für ihn war das Spiel gegen Deutschland das Highlight des YOG. Xenia hingegen behält das Startspiel gegen China als Highlight in Erinnerung. Den Moment, als es endlich losgegangen ist und man vor den vielen Fans spielen konnte, wird sie nicht so schnell vergessen.

Und da es sowieso immer weiter geht und man besser nach vorne als nach hinten schaut, stellt sich nun die Frage, was die vier jungen Athleten für die weitere Karriere mitnehmen werden. Alle sind sich einig, dass es ganz viele Dinge sind, welche sie weiterbringen können. So viele, dass es schwer fällt sich für etwas zu entscheiden. Alle sind sich einig, dass sie die Erfahrung in einer Arena vor grossem Publikum zu spielen mitnehmen werden. Auch vom ganzen «Spirit» der an den Spielen geherrscht hat, werden die Athleten weiter zehren können, sind sie sich einig. Aber auch das Verlieren gehört zu den Erfahrungen, welche die jungen Sportler mitnehmen werden. Der Umgang mit Niederlagen und Enttäuschungen kann eine gute Erfahrung für die Zukunft sein.

Zum Schluss möchte ich mich, auch im Namen des Teams, bei allen bedanken, die uns auf unserem Weg unterstützt haben. Dies waren insbesondere unsere Familien, Freunde und Teamkolleginnen und -kollegen. Sie haben uns vor Ort oder von zu Hause aus, die Daumen gedrückt und uns moralisch tatkräftig unterstützt. Ein grosses Dankeschön geht an Swiss Olympic und dessen Team vor Ort. Wir konnten uns auf eine reibungslose Organisation und eine super Rückendeckung verlassen. Vielen Dank an die Helfer in der Administration und dem Medizin-Team! Ihr habt einen super Job gemacht!

Vielen Dank an die ganze Curling-Schweiz, welche mitgefiebert hat. Vielen Dank an alle freiwilligen Helfer vor Ort und insbesondere in Champéry. Ihr habt dafür gesorgt, dass wir uns von der ersten Minute an willkommen und wohl gefühlt haben.

Die olympischen Jugendspiele in Lausanne sind vorbei. Sie werden aber noch lange in Erinnerung bleiben und haben definitiv für bleibende Spuren gesorgt.

Stefan Meinberg, SWISSCURLING