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Vorschau ECC 2018

Am Samstag startet in Tallinn (Estland) die 44. Europameisterschaft der Herren und Frauen. Für die Schweiz stehen in beiden Disziplinen Medaillenfavoriten am Start – Team de Cruz aus Genf und Team Tirinzoni vom CC Aarau.

Der Chef Leistungssport von SWISSCURLING Andreas Schwaller sagt, dass die Teams sich intensiv vorbereitet haben und Medaillen gewinnen wollen. «Beide Teams treten in neuer Formation auf und gehören auch dank den jüngsten Erfolgen zu den Favoriten. Es geht an der EM auch um das Schweizer Startrecht für die WM 2019. Wir freuen uns auf die EM und hoffen auf zahlreiche Unterstützung in Tallinn oder zu Hause vor dem TV.»

DER WETTKAMPF:

Nach der Heim-EM 2017 in St. Gallen mit einem dritten Rang der Herren und vierten Rang der Frauen findet der Wettkampf dieses Jahr in Tallinn statt. Tallinn ist die Hauptstadt von Estland und ist mit 430'000 Einwohnern die grösste Stadt im Land. Sie liegt am finnischen Meerbusen der Ostsee, etwa 80 Kilometer südlich vom finnischen Helsinki. Tallinn hat 2015 bereits die Weltmeisterschaft der Junioren durchgeführt und war für die Schweiz ein gutes Pflaster. Das Juniorinnen-Team um Lisa Gisler konnte Bronze gewinnen, die Junioren mit Skip Yannick Schwaller sogar Silber.

Die Schweiz hat an sämtlichen 43 Austragungen der EM bisher teilgenommen. Die Herren konnten bereits acht Mal Gold gewinnen, fünf Mal gab es Silber und elf Mal konnte die bronzene Auszeichnung entgegen genommen werden. Seit 2013 haben die Schweizer Männer jedes Jahr für eine Medaille gesorgt. Bei den Frauen sieht die Bilanz wie folgt aus: Sechs Mal Gold, neun Mal Silber und zwölf Mal Bronze. Die letzte Medaille stammt aus dem Jahr 2014, als der CC Flims um Binia Feltscher in Champéry Gold gewinnen konnte.

DER MODUS:

Zehn Teams spielen in der A-Division der Europameisterschaft. Die ersten vier Teams qualifizieren sich für das Halbfinale, wo der Sieger der Round Robin auf den Viertplatzierten und Rang zwei auf Rang drei trifft. Die ersten sieben Plätze bei den Herren qualifizieren ihr Land direkt für die Weltmeisterschaft, bei den Frauen sind es nur die Ränge 1-6, da Dänemark als Gastgeber der WM 2019 bereits einen Platz auf sicher hat.

HERREN:

TEAM SCHWEIZ:

Für die Schweiz ist das A-Kader Team Genf mit Skip Peter de Cruz, Benoît Schwarz, Sven Michel, Valentin Tanner und Ersatz Simon Gempeler am Start. Gecoacht wird das Team vom Nationalcoach Thomas Lips. Für die Genfer ist es der erste Grossevent mit dem neuen Teammitglied Sven Michel. Vergangene Saison konnten die Genfer an den Olympischen Spielen die Bronzemedaille gewinnen und damit einen erfolgreichen Vier-Jahres-Zyklus mit EM-Silber 2015, EM-Bronze 2016 und 2017, sowie WM-Bronze 2014 und 2017 abschliessen. Sven Michel konnte sich seinerseits mit seinem eigenen Team inklusive Ersatz Benoît Schwarz unter dem CC Adelboden 2013 zum Europameister küren. Die Genfer konnten sich dank der Führung im SWISSCURLING Ranking YearToDate für die EM qualifizieren und konnten sich bisher unter anderem den Turniersieg in Champéry und ein Halbfinale am Grand Slam letztes Wochenende in Thunder Bay (Kanada) notieren lassen.

DIE GEGNER:

Bei den Männern führt kein Weg an den Schwedischen «Vikings» um Niklas Edin vorbei. Der aktuelle Welt- und Europameister und Vize-Olympiasieger ist zur Zeit das Mass aller Dinge. Die Weltnummer 1 konnte den Swiss Cup in Basel gewinnen und drei weitere Podestplätze bereits erspielen (Baden Rang 2, Grand Slam Masters und Champéry Rang 3). Edin konnte die letzten vier Austragungen der EM allesamt für sich entscheiden. Positiv aus Schweizer Sicht ist der Blick auf den Grand Slam vom letzten Wochenende: Dort konnten die Schweizer mit einer guten Leistung die Vikinger besiegen. Weiter zählen die Schotten um Skip Bruce Mouat zu Medaillenkandidaten. Das junge Team konnte an der WM 2018 in Las Vegas die Bronzemedaille nach Hause bringen. Eine Wachablösung gibt es mehr und mehr in Norwegen, welches das Team um Steffen Walstad nach Tallinn schickt. Walstad konnte sich am ersten Curling World Cup in China, sowie am Swiss Cup in Basel für den Final qualifizieren. Zum erweiterten Kreis darf man auch Italien (Retornaz) zählen, welcher bereits seine elfte EM spielt. Im Mittelfeld sind die Teams aus Deutschland (Muskatewitz) und den Niederlanden (van Dorp) zu erwarten. Die Deutschen werden vertreten vom Team Baumann ohne ihren Skip, welcher nicht an den Europameisterschaften teilnimmt. Zu den Aussenseitern gehören folgende Teams: Polen (Dzikowski), welche zum ersten Mal an einer A-EM teilnehmen, sowie Finnland (Makela) und Russland (Vaskov), welche Teams schicken, die zum ersten Mal ihr Land an einer Europameisterschaft vertreten.

FRAUEN:

TEAM SCHWEIZ:

Auch bei den Frauen konnte sich das Olympia- und A-Kaderteam für die EM qualifizieren. Das Team Aarau HBL mit Skip Silvana Tirinzoni, Alina Pätz, Esther Neuenschwander, Melanie Barbezat und Ersatz Marisa Winkelhausen wird von Nationaltrainerin Manuela Netzer begleitet. Auch die Aarauerinnen haben sich auf diese Saison neu zusammengestellt und gleich an die vergangenen Erfolge anknüpfen können. Am ersten Grand Slam der Saison konnten sie sich genauso wie am Stu Sells Oakville Tankard für den Final qualifizieren und an diversen weiteren Turnieren bis weit in die Playoffs vorstossen. Tirinzoni vertrat die Schweiz bisher drei Mal an Weltmeisterschaften (2006, 2007 und 2013) und zwei Mal an Europameisterschaften (2007 und 2017). An beiden EM’s konnte sich das Team für die Playoffs qualifizieren, musste aber jeweils mit Rang 4 vorliebnehmen. Alina Pätz konnte an der Weltmeisterschaft 2015 mit ihrem eigenen Team die Goldmedaille gewinnen.

DIE GEGNERINNEN:

Die Top-Favoritinnen kommen aus dem Norden. Die Schwedinnen um Anna Hasselborg sind amtierende Olympiasiegerinnen, Vize-Weltmeisterinnen und Vize-Europameisterinnen und zudem die aktuelle Weltnummer 1 auf der Tour. Beide bisherigen Direktduelle dieses Jahr konnten die Schwedinnen gewinnen, insgesamt steht es im Head-to-Head aber 15-12 für Tirinzoni. Auch zu rechnen ist mit den Titelverteidigerinnen aus Schottland um Skip Eve Muirhead, welche sich gut von einer Operation im Sommer erholt hat. Einen starken Saisonstart hat auch das neu formierte russische Team mit Skip Alina Kovaleva hingelegt. Neben zwei Turniersiegen in Kanada und China konnten sie sich zwei weitere Male für einen Final qualifizieren, unter anderem letztes Wochenende in Wetzikon. Zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen gehört auch das Team aus Tschechien um Anna Kubeskova, welche das Turnier in Wetzikon gewinnen konnte. Auch Italien mit Skip Veronica Zappone muss hier genannt werden, welches nach der eher überraschenden Bronzemedaille in St. Gallen letztes Jahr diese bestätigen möchte. Die Spiele gegen Dänemark (Dupont), Finnland (Kauste), Deutschland (Jentsch) und Lettland (Stasa-Sarsune) gehören eher zum Pflichtprogramm, wenn die Schweiz um eine Medaille spielen möchten.

SPIELPLAN: (in Schweizer Zeit)

SRF hat sich die Übertragungsrechte gesichert und zeigt diverse Spiele online und in der SRF Sport App. Ab den Halbfinals zeigt das Schweizer Fernsehen alle Spiele mit Schweizer Beteiligung auf SRF zwei inklusive Kommentar von Beat Sprecher und SRF-Expertin Carmen Müller-Schäfer.

HERREN:

SA, 08.00 SUI vs. Schweden (srf.ch/sport)
SA, 19.00 SUI vs. Italien
SO, 13.00 vs. Niederlande (srf.ch/sport)
MO, 07.00 vs. Schottland
MO, 15.00 vs. Finnland
DI, 08.00 vs. Polen
DI, 18.00 vs. Russland (srf.ch/sport)
MI, 14.00 vs. Deutschland
DO, 08.00 vs. Norwegen (srf.ch/sport)

DO, 18.00 evtl. Halbfinale (SRF zwei* oder srf.ch/sport)
FR, 18.00 evtl. Bronze-Game (SRF zwei* oder srf.ch/sport)
SA, 14.00 evtl. Final (SRF zwei* oder srf.ch/sport)

FRAUEN:

SA, 14.00 vs. Italien (srf.ch/sport)
SO, 08.00 vs. Tschechien
SO, 18.00 vs. Schweden
MO, 11.00 vs. Finnland
MO, 19.00 vs. Russland
DI, 13.00 vs. Dänemark
MI, 08.00 vs. Lettland
MI, 18.00 vs. Deutschland (srf.ch/sport)
DO, 13.00 vs. Schottland (srf.ch/sport)

FR, 13.00 evtl. Halbfinale (SRF zwei* oder srf.ch/sport)
FR, 18.00 evtl. Bronze-Game (SRF zwei* oder srf.ch/sport)
SA, 09.00 evtl. Final (SRF zwei* oder srf.ch/sport)

* = bei Schweizer Beteiligung

SWISSCURLING und alle Schweizer Curler wünschen den beiden Teams viel Spass, Erfolg und vor allem GUET STEI!