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Deaflympics Tag 5 & 6

5. Tag, Spiel gegen Canada

Tagesablauf wie immer? Nein, das Morgenspiel wurde um eine halbe Stunde nach hinten geschoben. Grund war, dass Offizielle vom ICSD die Curlingspiele besuchen wollten. Doch die Freude unserer Spieler währte nicht lange – unser Tagesablauf wurde nur um 15 Minuten verschoben. Wir nutzten die Zeit, um die Spielvorbereitung für das Kanadaspiel ausnahmsweise kurz vor dem Match zu machen. Die Aufgaben jedoch blieben dieselben: Frühsport, Frühstück usw usw usw. Der Match begann ausgeglichen und wir konnten Druck aufsetzen. Doch im 4. End geschah etwas Seltsames: während der Skip von Kanada seinen letzten Stein spielte, knallte der Besen des italienischen Spielers, welcher auf dem Nebenrink im Einsatz war, auf unseren Rink. Doch weder der kanadische Vizeskip, welcher im Haus die Verantwortung hatte noch der Skip reagierten. Auf dem YouTube Video ist zu sehen, dass der Vizeskip den Stein wischen liess, zum Glück für die Schweizer. Zwar traf er einen CH-Stein, aber beide Steine verliessen das Spielfeld. Dadurch konnte die Schweiz 2 Steine stehlen. Ebenfalls auf dem Video ist zu sehen, dass Guido dem Gegner signalisierte: 2 Punkte für uns. Ein Kanadier bestätigte diese Score und begann, seine Steine aufzuräumen. Zu diesem Zeitpunkt reklamierte der kanadische Skip, er sei während der Abgabe durch den italienischen Besen gestört worden. Sie riefen den Chief Umpire, welche nach langem Hin und Her entschied, das End zu wiederholen. WCF Regel R11/c besagt jedoch: sind sich die beiden Teams einig über das Score, darf mit dem Aufräumen der Steine begonnen werden. Auf dem Video ist dies klar zu sehen und auch, wie ein kanadischer Spieler als Erster seine gelben Steine abräumte. Durch diesen aus unserer Sicht getroffene Fehlentscheid verlor unsere Mannschaft die Konzentration. Anstelle von 2 gestohlenen Steinen buchten die Kanadier im wiederholten End 2 Punkte für sich und übernahmen die Führung. Obwohl sich unsere Spieler aufzufangen versuchten, war der Spielfluss unterbrochen. Am Ende gaben die Schweizer frustriert auf.

Zum Glück waren wir am Abend spielfrei und so konnten sich die Spieler bei einer feinen Pizza vom Geschehenen ablenken. Auch unsere Kommunikations- und Fitnessverantwortliche, Käthy, war froh um den freien Abend – sie ist fast immer präsent und somit dankbar für jede freie Minute, um sich erholen zu können. Das Team und der restliche Staff ist froh, dass sie mit uns unterwegs ist.

6. Tag Spiel gegen China und Korea

Frischen Mutes begannen wir den 6. Spieltag hier in Madesimo. Als erster Gegner stand uns China gegenüber. Diese waren bis zum jetzigen Spiel ungeschlagen – das wollten wir ändern! In den ersten beiden Ends war das Score ausgeglichen, danach gelang uns ein 3er Haus, doch leider bekommen wir im nächsten End dieses gleich wieder retour. Bis zum 6. End blieb das Spiel offen, dann aber schrieben die Chinesen 4 Steine und somit war der Faden gerissen bei uns. Wir probierten alles, um den Rückstand aufzuholen. Doch im 10. End gingen uns die Steine aus und wir gratulierten den Chinesen zum erneuten Sieg

Im Abendspiel musste Chris Forfait geben – sein Sturz am Turnier in Dübendorf hinterliess leider eine Verletzung an der linken Schulter. Trotz intensiver Pflege durch Elena (unsere Massagefrau) verspürte er zu viele Schmerzen, um das Team tatkräftig zu unterstützen. So kam André zu seinem 1. Einsatz an den Deaflympics – Ruedi übernahm das Amt des Vizeskips und Guido wurde zum Skip ernannt. Trotz intensiver Gegenwehr liessen die Koreaner uns vom 1. Stein an keine Chancen und nach 6 Ends beschloss die Mannschaft, das Spiel zu beenden – mit einem Rückstand von 2:12. Das Spiel der Koreaner war beindruckend – fast keine Fehlsteine und eine wünschenswerte Präzision.

Um eine Medaille zu gewinnen wird es für unser Team schwierig – jedoch kämpfen wir weiter und wollen in den verbleibenden Spielen zeigen, dass wir auch gewinnen können!

Es grüssen euch sportlich

Werner, Ruedi, Guido, Chris, André, Käthy, Elena, Christian und Marianne

Bildlegende:
Bild 1: Guido und Werner lauschen gespannt den Erklärungen von Christian – Käthy übersetzt seine Worte in Gebärdensprache
Bild 2: im Spiel gegen Kanada

Text und Bilder: Marianne Flotron